IDR – Infiltrate, Destroy, Rebuild

Das sich die Musikindustrie unter Ächzen gegen die „Kostenlos-Kultur“ stemmen will, dürfte ja inzwischen bekannt sein. Auch die Filmindustrie leidet unter Raubkopierern, keine Frage. Ich möchte hier auch gar nicht das Für und Wider, die Gründe der Piraten oder Unternehmen beleuchten, sondern mich auf eine Nachricht beziehen, die ich im ersten Moment für einen verfrühten Aprilscherz hielt.

Warner Brothers UK sucht nun nach Studenten, die in ihrem Auftrag die Produktpiraten ausspähen. Kein Scherz, hier ein Auszug aus der Stellenbeschreibung:

“During the 12 month internship, duties will include: monitoring local Internet forums and IRC for pirated WB and NBCU content and in order to gather information on pirate sites, pirate groups and other pirate activities; finding new and maintaining existing accounts on private sites; scanning for links to hosted pirated WB and NBCU content and using tools to issue takedown requests; maintaining and developing bots for Internet link scanning system (training provided); preparing sending of infringement notices and logging feedback; performing trap purchases of pirated product and logging results; inputting pirate hard goods data and other intelligence into the forensics database; selecting local keywords and submitting local filenames for monitoring and countermeasure campaigns and periodically producing research documents on piracy related technological developments. Various training will be provided.” (Quelle: torrentfreak.com)

Okay, verdienen tut man nicht schlecht. Für ein Jahr verdient man 17.500 Pfund, also ungefähr 19.500 Euro. Damit holt man sich also die Zielgruppe ins Boot und lässt das System der Urheberverletzungen von innen schmelzen. CSI:WB hat sogar seine eigene forensische Datenbank. Hart finde ich auch, dass die Praktikanten Klageschreiben vorbereiten und gleichzeitig so tun sollen, als ob sie raubkopierte Datenträger kaufen wollen. Erstens, kauft sowas doch niemand mehr und zweitens können die sich theoretisch gleich selbst verklagen. Das ist ungefähr so logisch wie der Anti-Piracy Spot, den Warner Brothers veröffentlichte. Denn hier werden die eigentlichen Helden des Films „Zauberer von Oz“ einfach mal zu Raubkopierern degradiert. Die Guten sind also die Bösen.

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