Frohe Ostern nachträglich

Ostern ist ja jetzt wieder eine Woche her, aber durch die Feiertage ist einiges liegen geblieben, darunter leider auch New Dork. Als kleine Entschädigung führe ich eine neue Kategorie ein. Mit „Top 10“ bringe ich euch in unregelmäßigen Abständen eine Liste mit Top-Platzierungen aus meiner Sicht. Dadurch wird der ganze Blog auch ein wenig persönlicher.

Beginnen möchte ich heute mit meinen liebsten 10 Filmen. Das war für mich schwieriger als viele von euch wahrscheinlich denken. Wenn ich sonst nach meinen Lieblingsfilmen gefragt werde, nenn ich pro Genre mindestens drei. Daher habe ich mir hier auch eine Regel ausgedacht. Jeder Regisseur darf nur einmal in der Liste vorkommen.

Platz 10: Battle Royale (Kinji Fukasaku)

Vom Filmischen ist Battle Royale eher durchschnittlich. Er begeistert nicht durch seine Effekte, Dialoge oder Schauspieler. Vielleicht hat es der Film auch nur in die Liste geschafft, weil ich das Buch so gerne mag. Worum es geht: Eine Gruppe von Schülern fährt auf Klassenfahrt und wacht auf einer, von der Armee bewachten und geräumten Insel auf. Jeder Schüler erhält eine Tasche mit einer zufälligen Waffe und einer Karte der Insel. Dann beginnt das Spiel. Alle paar Stunden gibt es Bereiche der Insel, die die Schüler nicht betreten dürfen. Halten Sie sich nicht daran, wird Ihnen über ein Halsband, das Ihnen angelegt wurde, der Kopf weg gesprengt. Nun sollen sich die Schüler so lange gegenseitig töten, bis ein Sieger fest steht. Sollte in einem gewissen Zeitraum niemand sterben, gehen die Halsbänder hoch. Das gleiche passiert wenn am Ende des Spiels mehr als ein Schüler überlebt. Dies alles wird von der Regierung gebilligt, die sogar ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hat. Die Frage ist also, wer ist bereit seine Schulkameraden zu töten und wer kämpft gegen das System.

Platz 9: (500) Days of Summer (Marc Webb)

Eigentlich steh ich nicht auf Liebesfilme. Aber dieser Film ist genau das, was ein Liebesfilm meiner Meinung nach sein sollte. Zunächst einmal ist der Cast von A bis Z authentisch und sympathisch. Was aber am wichtigsten ist. Hier wird nicht die eine große Liebe über die Maßen romantisiert. Es ist mehr ein Abbild der Wirklichkeit mit einem Appell an das Weitermachen. Bestimmt hat jeder von uns schon einmal seine eigene Summer getroffen und sich genau so gefühlt, aber wir sind alle darüber hinweg gekommen. Wenn man dann noch so eine Schwester an seiner Seite hat, kann nichts mehr schief gehen.

Platz 8: Eraserhead (David Lynch)

Viele fragen sich jetzt wahrscheinlich, warum ich nicht einen der neueren und bekannteren David Lynch Filme auswähle. Für mich steht Eraserhead Filmen wie Mulholland Drive oder Inland Empire in nichts nach. Mehr noch, die Charaktere und der Schwarz-Weiß Look überzeugen mich noch viel stärker. Wie es bei Lynchs Filmen typisch ist, möchte ich den Inhalt gar nicht zusammenfassen. Aber wer sich auf der Couch auch mal gerne an den Kopf fassen mag, dem sei dieser Film auf jeden Fall wärmstens ans Herz gelegt.

Platz 7: Donnie Darko (Richard Kelly)

Zeitreisen sind immer ein heikles Thema. Vor allem wenn es mit einer Flugzeugturbine und einem Typen in seltsamen Hasenkostüm zu tun hat. Leider hat der Film es durch den 11.September nicht in die Kinos geschafft, avancierte aber nach seiner DVD-Veröffentlichung schnell zu einem Geheimtipp. Ein besonderes Highlight für mich ist Patrick Swayze als Motivationscoach mit dunklem Geheimnis.

Platz 6: Der Sinn des Lebens (Terry Jones, Terry Gilliam)

Eigentlich hätte ich hier jeden Monty Python Film nennen können. Aber im Gegensatz zu „Das Leben des Brian“ und „Die Ritter der Kokosnuss“ erhält dieser Film das episodenhafte, dass auch der „wunderbaren Welt der Schwerkraft“ respektive dem „Flying Circus“ ihren Charme verliehen hat. Über die Story kann man dementsprechend nur wenig verraten. Wie der Titel vermuten lässt, wird hier überlegt, worin der Sinn des Lebens besteht.

Platz 5: Audition (Takashi Miike)

Hand aufs Herz, Takashi Miike ist eindeutig einer meiner Lieblingsregisseure. Zwar sind die wenigsten seiner Filme wirklich massentauglich, doch macht auch gerade das den Reiz aus. Nicht ohne Grund hatte er einen kleinen Gastauftritt in Eli Roth’s „Hostel“. Zum Inhalt: Ein alleinerziehender Vater sucht eine neue Frau. Dafür veranstaltet sein Freund ein gefaktes Casting. Am Anfang scheint alles gut zu laufen, doch hat er die richtige Wahl getroffen?

WICHTIG: Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das Video nicht gucken, damit die Spannung erhalten bleibt.

PLatz 4: Monday (Sabu)

Monday ist ein Film, der in einem Satz zusammengefasst werden kann und trotzdem so viel mehr zeigt. Inhaltlich geht es um einen japanischen Geschäftsmann, der in einem Hotelzimmer aufwacht und sich nicht daran erinnern kann, wie er dort gelandet ist. Was diesen Film so besonders macht ist die Mischung aus skurrilen Geschehnissen und Humor. Das Ganze wird in ruhigen Bildern erzählt, die in einem außergewöhnlichen Finale voller Moral und Wahrheit.

Platz 3: A Tale of Two Sisters (Ji-Woon Kim)

Einer der besten asiatischen Gruselfilme. Zwei Schwestern kommen nach längerer Krankheit zurück zu ihrem Vater und ihrer Stiefmutter. Diese ist, wie sollte es anders sein, die böse Frau, die die Schwestern quält ohne das der Vater etwas dagegen tut. Doch plötzlich ereignen sich seltsame Dinge im Haus. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen. Auch wenn es sich zunächst wie jeder andere 08/15 Horrorfilm anhört übertrifft dieser Film die meisten an Intensität und die Auflösung hat mich zumindest überrascht. Zudem ist es einer der wenigen Gruselfilme, der mir auch nach längerer Zeit noch im Gedächtnis geblieben ist.

Platz 2: Brick (Rian Johnson)

Einer der coolsten Filme dieses Jahrzehnts. Aufgezogen wie ein klassischer Film-Noir entführt uns dieser Film an die Schule. Zwar könnten 80% der Dialoge auch eins zu eins in einer dunklen Metropole von einem Detektiv, Gangstern und schönen Frauen in Bars gesprochen werden, doch fühlt man sich trotzdem nie am falschen Ort. Brendan bekommt einen Anruf seiner Ex Emily. Aus Sorge um Sie versucht er sie zu finden. Selbst nachdem ihm das gelungen ist, kann er nicht loslassen und findet sie kurz darauf ermordet in einem Kanal liegend wieder. Relativ früh ist also klar, dass er Sie nicht retten kann. Aber nun muss er erst recht die Wahrheit hinter den Geschehnissen aufdecken.

Platz 1: Old Boy (Park-Chan Wook)

Stell dir vor du wirst 15 Jahre in einem Zimmer eingesperrt. Was machst du in dieser Zeit? Und noch viel wichtiger: Was machst du, wenn du draussen bist? Oh Dai-Soo sinnt auf Rache und versucht gleichzeitig den Mord an seiner Frau aufzudecken. Die Geschichte an sich hätte schon für einen sehr guten Film gereicht, aber was ihn zu meinem Lieblingsfilm macht, ist, wie nach und nach, Stückchen für Stückchen klar wird, was der Plan hinter seiner Gefangenschaft war und wie gut dieser aufgegangen ist.

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