Dein Wille geschehe

Was passiert mit unseren Social Media Accounts, wenn wir einmal nicht mehr sind? Diese Frage haben sich bestimmt die wenigsten von uns gestellt. Aber wenn man mal so darüber nachdenkt, dann liefern Twitter, Facebook und Co. doch schon einen tiefen Einblick in unsere Privatssphäre. Und da jeder irgendwann einmal sterben muss, sollte jedem klar sein, dass man diese Inhalte nicht ewig selbst verwalten kann. Wollen wir, dass man in zig Jahren noch Fotos sehen kann, auf denen man auf irgendeiner Party rumsitzt? Wer soll überhaupt die Chance haben, einen so tiefen Einblick in unser Leben zu bekommen?

Tja, die Amerikaner mussten und haben sich über diese Problematik bereits Gedanken gemacht. Beflügelt wurde dies durch den Fall „Justin Ellsworth“. Dieser war Soldat im Irak und verschied dort. Seine Eltern haben sich daraufhin bei Yahoo gemeldet um Einblick in den Account ihres Sohnes zu erhalten. Yahoo weigerte sich und bezog sich dabei auf ihre Nutzungsbedingungen. Ein Gericht entschied dann jedoch zu Gunsten der Eltern.

Dies brachte Nathan Lustig und Jesse Davis auf die Idee Entrustet zu gründen. Bei Entrustet kann man seine Accounts einpflegen und einen Erben für diese bestimmen. Für einen Dollar pro Datei und Jahr kann man dort auch wichtige Dateien hinterlegen. Dann bestimmt man einen Erben, der sich auch bei Entrustet anmelden muss. Was diese Seite aber noch interessanter macht, ist die Möglichkeit zu entscheiden, was mit den einzelnen Accounts passieren soll. So kann man diese entweder vererben, löschen lassen oder in Zukunft auch automatisch löschen lassen, so dass selbst der Löschende keinen Einblick hat.

Momentan befindet sich die Seite noch in der Beta-Phase, so dass einzelne Dienste noch nicht (voll) funktionieren. So sieht das integrierte Anwaltsverzeichnis momentan noch aus wie Kraut und Rüben und das automatische Löschen ist auch noch nicht im Einsatz. Angedacht ist später auch noch ein Premium-Feature, dass es erlauben soll, andere digitale Inhalte, wie Magazin-Abos oder ähnliches, löschen zu lassen. Ob der Dienst in Zukunft kostenpflichtig wird, oder überhaupt in Deutschland zu nutzen ist, ist bislang nicht bekannt. Wer sich auf dem Laufenden halten will, die Homepage findet ihr hier.

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