Archiv der Kategorie: Medien

Der Tod des Nerdtums

Nerds – Sie sind überall. Allein das Wort ist inzwischen overhyped und overused (Entschuldigung, für die Anglizismen). Früher, da waren Nerds die Leute, die Comics gelesen und Videospiele gespielt haben. Diese ewigen Kinder haben sich nicht davon stören lassen, dass die Gesellschaft diese Dinge als reine Kinderunterhaltung gesehen haben.

Heute ist jeder ein Nerd, denn das ist gerade voll im Trend. Aber mehr noch ist es heute normal. Denn wir sind mit Comics und Games aufgewachsen. Nahezu jeder von uns hat Zelda gespielt und Batman oder Spawn gelesen. Egal ob Trendnerd oder „echter“ Nerd, das Nerdtum ist nun Mainstream und man hält sich für ganz toll.

Und doch gibt es sie auch heute noch. Nur, dass die Nerds unserer Zeit verdammt gefährlich sind, denn es sind die CDU-Politiker, die Plattenbosse und die Mittelständler. Sie haben nicht verstanden, dass eine xBox nicht nur im Kinderzimmer Platz hat oder das man im Internet anonym seinen Hobbys fröhnt.

Die alten Nerds hatten Ahnung von Themen, von denen die meisten nichts wussten. Die Neuen kennen die Themen nicht, die für uns normal geworden sind. Das große Problem: Die ursprüngliche Nerd-Fraktion bestand aus Underdogs, während die „New Nerds“ an der Macht sitzen. Sie bescheren uns ACTA und Internetsperren. Sie hätten gerne einen Aus-Schalter fürs Netz.

Das ganze läuft also unweigerlich auf einen Zusammenprall der Nerds hinaus, bei dem es um nicht mehr und nicht weniger gehen wird, als um die Zukunft unserer Mediennutzung. Okay, vielleicht denkt sich der ein oder andere jetzt, ich übertreibe maßlos, aber schaut euch doch mal an, was De Maiziere und Co. diskutieren. Sicher ist nur, dass es nicht auf Coolness ankommen wird.

UPDATE: Die Facebook-Gruppe „International Nerd’s Day“ kämpft dafür, den 23. November zum internationalen Tag des Nerds zu machen. Dieses Datum wurde gewählt, weil dort die erste Ausstrahlung von Dr.Who stattfand. Ich bin dabei!

Aber genug der Rummeckerei, hier noch ein bisschen (Nerd-)Spaß:

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Frohe Ostern nachträglich

Ostern ist ja jetzt wieder eine Woche her, aber durch die Feiertage ist einiges liegen geblieben, darunter leider auch New Dork. Als kleine Entschädigung führe ich eine neue Kategorie ein. Mit „Top 10“ bringe ich euch in unregelmäßigen Abständen eine Liste mit Top-Platzierungen aus meiner Sicht. Dadurch wird der ganze Blog auch ein wenig persönlicher.

Beginnen möchte ich heute mit meinen liebsten 10 Filmen. Das war für mich schwieriger als viele von euch wahrscheinlich denken. Wenn ich sonst nach meinen Lieblingsfilmen gefragt werde, nenn ich pro Genre mindestens drei. Daher habe ich mir hier auch eine Regel ausgedacht. Jeder Regisseur darf nur einmal in der Liste vorkommen.

Platz 10: Battle Royale (Kinji Fukasaku)

Vom Filmischen ist Battle Royale eher durchschnittlich. Er begeistert nicht durch seine Effekte, Dialoge oder Schauspieler. Vielleicht hat es der Film auch nur in die Liste geschafft, weil ich das Buch so gerne mag. Worum es geht: Eine Gruppe von Schülern fährt auf Klassenfahrt und wacht auf einer, von der Armee bewachten und geräumten Insel auf. Jeder Schüler erhält eine Tasche mit einer zufälligen Waffe und einer Karte der Insel. Dann beginnt das Spiel. Alle paar Stunden gibt es Bereiche der Insel, die die Schüler nicht betreten dürfen. Halten Sie sich nicht daran, wird Ihnen über ein Halsband, das Ihnen angelegt wurde, der Kopf weg gesprengt. Nun sollen sich die Schüler so lange gegenseitig töten, bis ein Sieger fest steht. Sollte in einem gewissen Zeitraum niemand sterben, gehen die Halsbänder hoch. Das gleiche passiert wenn am Ende des Spiels mehr als ein Schüler überlebt. Dies alles wird von der Regierung gebilligt, die sogar ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hat. Die Frage ist also, wer ist bereit seine Schulkameraden zu töten und wer kämpft gegen das System.

Platz 9: (500) Days of Summer (Marc Webb)

Eigentlich steh ich nicht auf Liebesfilme. Aber dieser Film ist genau das, was ein Liebesfilm meiner Meinung nach sein sollte. Zunächst einmal ist der Cast von A bis Z authentisch und sympathisch. Was aber am wichtigsten ist. Hier wird nicht die eine große Liebe über die Maßen romantisiert. Es ist mehr ein Abbild der Wirklichkeit mit einem Appell an das Weitermachen. Bestimmt hat jeder von uns schon einmal seine eigene Summer getroffen und sich genau so gefühlt, aber wir sind alle darüber hinweg gekommen. Wenn man dann noch so eine Schwester an seiner Seite hat, kann nichts mehr schief gehen.

Platz 8: Eraserhead (David Lynch)

Viele fragen sich jetzt wahrscheinlich, warum ich nicht einen der neueren und bekannteren David Lynch Filme auswähle. Für mich steht Eraserhead Filmen wie Mulholland Drive oder Inland Empire in nichts nach. Mehr noch, die Charaktere und der Schwarz-Weiß Look überzeugen mich noch viel stärker. Wie es bei Lynchs Filmen typisch ist, möchte ich den Inhalt gar nicht zusammenfassen. Aber wer sich auf der Couch auch mal gerne an den Kopf fassen mag, dem sei dieser Film auf jeden Fall wärmstens ans Herz gelegt.

Platz 7: Donnie Darko (Richard Kelly)

Zeitreisen sind immer ein heikles Thema. Vor allem wenn es mit einer Flugzeugturbine und einem Typen in seltsamen Hasenkostüm zu tun hat. Leider hat der Film es durch den 11.September nicht in die Kinos geschafft, avancierte aber nach seiner DVD-Veröffentlichung schnell zu einem Geheimtipp. Ein besonderes Highlight für mich ist Patrick Swayze als Motivationscoach mit dunklem Geheimnis.

Platz 6: Der Sinn des Lebens (Terry Jones, Terry Gilliam)

Eigentlich hätte ich hier jeden Monty Python Film nennen können. Aber im Gegensatz zu „Das Leben des Brian“ und „Die Ritter der Kokosnuss“ erhält dieser Film das episodenhafte, dass auch der „wunderbaren Welt der Schwerkraft“ respektive dem „Flying Circus“ ihren Charme verliehen hat. Über die Story kann man dementsprechend nur wenig verraten. Wie der Titel vermuten lässt, wird hier überlegt, worin der Sinn des Lebens besteht.

Platz 5: Audition (Takashi Miike)

Hand aufs Herz, Takashi Miike ist eindeutig einer meiner Lieblingsregisseure. Zwar sind die wenigsten seiner Filme wirklich massentauglich, doch macht auch gerade das den Reiz aus. Nicht ohne Grund hatte er einen kleinen Gastauftritt in Eli Roth’s „Hostel“. Zum Inhalt: Ein alleinerziehender Vater sucht eine neue Frau. Dafür veranstaltet sein Freund ein gefaktes Casting. Am Anfang scheint alles gut zu laufen, doch hat er die richtige Wahl getroffen?

WICHTIG: Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das Video nicht gucken, damit die Spannung erhalten bleibt.

PLatz 4: Monday (Sabu)

Monday ist ein Film, der in einem Satz zusammengefasst werden kann und trotzdem so viel mehr zeigt. Inhaltlich geht es um einen japanischen Geschäftsmann, der in einem Hotelzimmer aufwacht und sich nicht daran erinnern kann, wie er dort gelandet ist. Was diesen Film so besonders macht ist die Mischung aus skurrilen Geschehnissen und Humor. Das Ganze wird in ruhigen Bildern erzählt, die in einem außergewöhnlichen Finale voller Moral und Wahrheit.

Platz 3: A Tale of Two Sisters (Ji-Woon Kim)

Einer der besten asiatischen Gruselfilme. Zwei Schwestern kommen nach längerer Krankheit zurück zu ihrem Vater und ihrer Stiefmutter. Diese ist, wie sollte es anders sein, die böse Frau, die die Schwestern quält ohne das der Vater etwas dagegen tut. Doch plötzlich ereignen sich seltsame Dinge im Haus. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen. Auch wenn es sich zunächst wie jeder andere 08/15 Horrorfilm anhört übertrifft dieser Film die meisten an Intensität und die Auflösung hat mich zumindest überrascht. Zudem ist es einer der wenigen Gruselfilme, der mir auch nach längerer Zeit noch im Gedächtnis geblieben ist.

Platz 2: Brick (Rian Johnson)

Einer der coolsten Filme dieses Jahrzehnts. Aufgezogen wie ein klassischer Film-Noir entführt uns dieser Film an die Schule. Zwar könnten 80% der Dialoge auch eins zu eins in einer dunklen Metropole von einem Detektiv, Gangstern und schönen Frauen in Bars gesprochen werden, doch fühlt man sich trotzdem nie am falschen Ort. Brendan bekommt einen Anruf seiner Ex Emily. Aus Sorge um Sie versucht er sie zu finden. Selbst nachdem ihm das gelungen ist, kann er nicht loslassen und findet sie kurz darauf ermordet in einem Kanal liegend wieder. Relativ früh ist also klar, dass er Sie nicht retten kann. Aber nun muss er erst recht die Wahrheit hinter den Geschehnissen aufdecken.

Platz 1: Old Boy (Park-Chan Wook)

Stell dir vor du wirst 15 Jahre in einem Zimmer eingesperrt. Was machst du in dieser Zeit? Und noch viel wichtiger: Was machst du, wenn du draussen bist? Oh Dai-Soo sinnt auf Rache und versucht gleichzeitig den Mord an seiner Frau aufzudecken. Die Geschichte an sich hätte schon für einen sehr guten Film gereicht, aber was ihn zu meinem Lieblingsfilm macht, ist, wie nach und nach, Stückchen für Stückchen klar wird, was der Plan hinter seiner Gefangenschaft war und wie gut dieser aufgegangen ist.

Wenn Google zu dir nach Hause kommt…

Google überrascht uns immer wieder mit neuen und ach so nützlichen Features und Programmen. Man denke da zum Beispiel an Google Wave, nicht zu verwechseln mit anderen Cloud-Computing-Diensten, oder vor Kurzem an Google Buzz, dass nicht so recht fruchten wollende Social Media Tool, dass einfach so in ihr Googlemail-Konto integriert wurde, ohne vorher zu fragen. Viele werfen Google vor, dass alle Ideen nur von erfolgreichen Diensten abgekupfert werden. Am besten drückt dies das folgende humoristische Video aus, dass uns die Sachlage mal aus Googles Sicht erklärt:

Auch aus Aspekten des Datenschutz ist Google Buzz kritisch betrachtet worden. Aus diesem Gesichtspunkt ist vielen bestimmt auch die Problematik um Street-View ein Begriff. Hier schlagen die Wellen insbesondere in Deutschland hoch. So hat das Free Art and Technology Lab (F.A.T.) einem Street View Auto in Berlin einen Peilsender angehängt und so mal den Spieß umgedreht. Nach dem Motto wenn Google uns beobachtet, beobachten wir Google, haben diese Aktivisten den Weg des Autos auf ihrer Seite als Google Map veröffentlicht. Tja, also mit den eigenen Mitteln geschlagen.

Eine Person im Bereich Oldenburg ging noch weiter. Er durchtrennte Nachts die Kabel, der, auf das Dach geschraubten, Kamera und ließ dem Opel die Luft aus den Reifen. Diesem Vandalen ist jedoch zu Gute zu halten, dass er eine Notiz hinter dem Scheibenwischer hinterließ, damit der Fahrer sich nicht selbst gefährdet. Den kurzen Artikel dazu gibt es hier.

Und was ist Googles nächster Schritt? Man weiß es nicht, aber mittlerweile traut man dem Riesen-Unternehmen, das sich eigentlich auf die Fahnen geschrieben hat nichts Böses zu tun (Don’t be evil), nahezu alles zu. Wer sich darüber genaue Gedanken macht, den wundert es dann auch nicht, dass Googles Motto genau so halbherzig ist, wie der Rückzug aus China. Denn nichts Böses zu tun, bedeutet ja nicht, etwas Gutes zu tun. Und wer weiß, vielleicht kommt es ja irgendwann zu solch skurillen Aktionen, wie sie Martin Sonneborn in der Heute Show so schön absurd dargestellt hat.

IDR – Infiltrate, Destroy, Rebuild

Das sich die Musikindustrie unter Ächzen gegen die „Kostenlos-Kultur“ stemmen will, dürfte ja inzwischen bekannt sein. Auch die Filmindustrie leidet unter Raubkopierern, keine Frage. Ich möchte hier auch gar nicht das Für und Wider, die Gründe der Piraten oder Unternehmen beleuchten, sondern mich auf eine Nachricht beziehen, die ich im ersten Moment für einen verfrühten Aprilscherz hielt.

Warner Brothers UK sucht nun nach Studenten, die in ihrem Auftrag die Produktpiraten ausspähen. Kein Scherz, hier ein Auszug aus der Stellenbeschreibung:

“During the 12 month internship, duties will include: monitoring local Internet forums and IRC for pirated WB and NBCU content and in order to gather information on pirate sites, pirate groups and other pirate activities; finding new and maintaining existing accounts on private sites; scanning for links to hosted pirated WB and NBCU content and using tools to issue takedown requests; maintaining and developing bots for Internet link scanning system (training provided); preparing sending of infringement notices and logging feedback; performing trap purchases of pirated product and logging results; inputting pirate hard goods data and other intelligence into the forensics database; selecting local keywords and submitting local filenames for monitoring and countermeasure campaigns and periodically producing research documents on piracy related technological developments. Various training will be provided.” (Quelle: torrentfreak.com)

Okay, verdienen tut man nicht schlecht. Für ein Jahr verdient man 17.500 Pfund, also ungefähr 19.500 Euro. Damit holt man sich also die Zielgruppe ins Boot und lässt das System der Urheberverletzungen von innen schmelzen. CSI:WB hat sogar seine eigene forensische Datenbank. Hart finde ich auch, dass die Praktikanten Klageschreiben vorbereiten und gleichzeitig so tun sollen, als ob sie raubkopierte Datenträger kaufen wollen. Erstens, kauft sowas doch niemand mehr und zweitens können die sich theoretisch gleich selbst verklagen. Das ist ungefähr so logisch wie der Anti-Piracy Spot, den Warner Brothers veröffentlichte. Denn hier werden die eigentlichen Helden des Films „Zauberer von Oz“ einfach mal zu Raubkopierern degradiert. Die Guten sind also die Bösen.